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2 Grundriss der geschichtlichen Gegebenheiten

2.1 Die illyrische Bewegung

Bei dem Begriff Illyrismus handelt es sich um eine kulturelle, ethnische und politische Nationalbewegung, welche die Einheit der Südslawen im Habsburgerreich anstrebte. Hierbei ist es wichtig zu betonen, dass die Illyristen nicht weg vom Habsburgerreich wollten, sondern lediglich mehr Freiheiten und Rechte wollten und vor allem eine kulturelle Verbundenheit der Südslawen verfolgten. Die ersten Illyristen waren eine Gruppe junger kroatischer Intellektueller, die von Ljudevit Gaj (1809–1872) angeführt wurden. Die Bewegung hatte zwar auch einige slowenische und serbische Anhänger, aber der wesentliche Teil der Illyristen war kroatisch, weswegen man für die Bewegung vor allem in Kroatien auch den Begriff Kroatische Nationale Wiedergeburt (kroat.: hrvatski narodni preporod) verwendet.1 Der Begriff Illyrisch wurde als Benennung für die Südslawen bzw. die südslawische Landschaft ab der Mitte des 15.

Jahrhunderts verwendet, als er unter dem Einfluss humanistischer Ideen aus der Antike übernommen wurde. Es entwickelte sich die Überzeugung, dass die Südslawen direkte Nachfahren der antiken Illyrer sind. Diese falsche Überzeugung war bis in die Mitte des 19.

Jahrhunderts sehr weit verbreitet und als wahr angesehen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts, während der Napoleonischen Kriege, wurde der Begriff Illyrische Provinzen für administrative Zwecke für den Teil der österreichischen Monarchie, den Südslawen, vor allem Slowenen und Kroaten, bewohnten, benutzt.2 Der illyrische Name wurde für die Nationalbewegung vor allem deswegen gewählt, weil man den möglichen Konflikten entgehen wollte, zu denen es käme, würde man einen der drei Volksnamen (slowenisch, kroatisch, serbisch) für die Bewegung, die gemeinsame Sprache oder die Landschaft verwenden.3

Der Historiker Jaroslav Šidak datiert den Anfang der illyrischen Bewegung in das Jahr 1835, als Ljudevit Gaj die Zeitschrift Novine horvatske (später in Ilirske Narodne Novine umbenannt) und die literarische Beilage Danice horvatske, slavonske i dalmatinske (später Danica ilirska)

1 Vgl. Wikipedia. Illyrische Bewegung. Erhältlich unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Illyrische_Bewegung (Zugriffsdatum: 10.12.2021).

2 Vgl. Reinhard Lauer (2010): Die illyristische Versuchung. In: Bernik, France/Lauer, Reinhard (Hrsg.): Die Grundlagen der slowenischen Kultur. Berlin/New York: De Gruyter, S. 171–184, hier S. 172–174.

3 Vgl. Jaroslav Šidak (1988): Hrvatski narodni preporod – ilirski pokret. Zagreb: Školska knjiga: Stvarnost, S.

123–124.

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in kroatischer Sprache (das erste Jahr in Kajkavisch, danach in Štokavisch) herausgibt. Die Publizistik und die Literatur waren die wichtigsten Träger der Bewegung, da Ljudevit Gaj und sein Kreis von Intellektuellen in den Zeitschriften ihre Ideen und Volkslieder veröffentlichten und somit das Nationalbewusstsein bei den breiteren Massen verbreiteten.4 Eine weitere wichtige Zeitschrift war auch Zora dalmatinska (dt.: Morgenröte), in der Petar Preradović seine Gedichte veröffentlichte. Das Zentrum des Illyrismus war Zagreb, anderswo, z. B. in Dalmatien, hatte die Bewegung nur wenige Anhänger.5 Die Entwicklung der kroatischen Publizistik war von großer Bedeutung, da es vor der Herausgabe von Gajs Novine horvatske in 1835 nur Zeitschriften in deutscher Sprache gab. Nur in der deutschsprachigen literarischen Beilage Luna gab es hier und da ein Gedicht im kajkavischen Dialekt. Auch in den Schulen war der Stand der südslawischen Sprachvarianten vor der Zeit der illyristischen Bewegung schlecht.

Im Schuljahr 1833/34 wurde das Ungarische wieder als Pflichtfach an den Gymnasien und an der Akademie im kroatischen Raum eingeführt. Die kroatische Sprache wurde ab dem Jahr 1835 von Ivan Mažuranić (1814–1890) am Gymnasium nur außerhalb des offiziellen Kurrikulums unterrichtet.6

4 Vgl. ebd., S. 119–120.

5 Vgl. Hrvatska enciklopedija. Ilirizam. Erhältlich unter: https://www.enciklopedija.hr/Natuknica.aspx?ID=27089 (Zugriffsdatum: 13.12.2021).

6 Vgl. Jaroslav Šidak (1988): Hrvatski narodni preporod – ilirski pokret. Zagreb: Školska knjiga: Stvarnost, S.

119.

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Abbildung 1: Die literarische Beilage Danica Ilirska.7

Diese immer stärkere Germanisierung und Magyarisierung ist nur einer der Gründe für den Aufstieg der illyristischen Bewegung in dieser Zeitperiode. Ein weiterer Grund sind die revolutionären Neigungen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in ganz Europa verbreitet waren, z. B. die Julirevolution in Frankreich 1830 oder die italienische Unabhängigkeitsbewegung, auch unter dem Namen Risorgimento bekannt.8 Dazu hatten einen großen Einfluss auf den Illyrismus auch Denker wie Johann Gottfried Herder (1744–1803) oder Ján Kollár (1793–1852), die mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit das Interesse für die slawische Geschichte und Kultur neu erweckten. Nach Meinung des Sprachwissenschaftlers Reinhard Lauer waren es folgende drei Herdersche Grundideen, die als Anregung für die illyrische Bewegung dienten:

7 Vgl. Wikipedia. Ilirski pokret. Erhältlich unter:

https://sh.wikipedia.org/wiki/Ilirski_pokret#/media/Datoteka:Danica_ilirska.JPG (Zugriffsdatum: 14.12.2021).

8 Vgl. Wikipedia. Illyrische Bewegung. Erhältlich unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Illyrische_Bewegung (Zugriffsdatum: 10.12.2021).

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 in Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit in dem sogenannten

„Slawenkapitel“ bearbeitet Herder die slawische Geschichte,

 in Abhandlung über den Ursprung der Sprache sieht Herder den Gebrauch der Muttersprache als eine authentische Art, die Welt zu erkunden und das geistige Leben auszubilden,

 in Volkslieder betont Herder die Bedeutung von Volksdichtung als ein wichtiges Element des Nationalgeistes.9

Der Untergang des Illyrismus wird in das Jahr 1843 datiert, als im Habsburgerreich das Wort Illyrisch bzw. Illyrismus verboten wurde. Später wird der Begriff für literarische Zwecke wieder erlaubt, jedoch bekommt die Bewegung nicht mehr einen derartigen Aufschwung wie zuvor.10 2.1.1 Die sprachliche Situation

Die Illyristen wollten die südslawische Sprache in die Schulen und Ämter einführen und vor allem durch die Schaffung einer einheitlichen Standardsprache die südslawischen Dialekte auf das gleiche Niveau wie andere europäische Sprachen (z. B. Deutsch) heben. Dabei stellte sich jedoch die Frage, welche Sprache dies sein soll, da die sprachliche Situation in dem südslawischen Gebiet sehr unterschiedlich war.11 Die südslawischen Mundarten, die in den Gebieten des heutigen Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien, Slowenien, Mazedonien und Bulgarien gesprochen werden, können in vier Dialektgruppen eingeteilt werden, die jedoch nicht mit den Staatsgebieten übereinstimmen. Man kann die einzelnen Dialekte nach dem Fragewort was? unterscheiden, es gibt aber noch andere morphologische und phonologische Unterschiede zwischen den Dialekten. Der erste Dialekt ist das Štokavische, der nach dem Fragewort što? bzw. šta? benannt wird. Es ist in Bosnien und Herzegowina, Montenegro und mehrheitlich in Serbien und Kroatien verbreitet. Das Štokavische kann man auf Basis der verschiedenen Wiedergabe (als ije, e, und i) des

9 Vgl. Reinhard Lauer (2010): Die illyristische Versuchung. In: Bernik, France/Lauer, Reinhard (Hrsg.): Die Grundlagen der slowenischen Kultur. Berlin/New York: De Gruyter, S. 171–184, hier S. 175.

10 Vgl. Jaroslav Šidak (1988): Hrvatski narodni preporod – ilirski pokret. Zagreb: Školska knjiga: Stvarnost, S.

139–140.

11 Vgl. Reinhard Lauer (2010): Die illyristische Versuchung. In: Bernik, France/Lauer, Reinhard (Hrsg.): Die Grundlagen der slowenischen Kultur. Berlin/New York: De Gruyter, S. 171–184, hier S. 178–179.

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urslawischen Lautes *ě (genannt „Jat“) in drei weitere Untergruppen teilen, das Ijekavische, das Ekavische und das Ikavische. Der zweite Dialekt, das Kajkavische, der nach dem Fragewort kaj? benannt wird, wird hauptsächlich im Norden Kroatiens gesprochen und hat zahlreiche morphologische und lexikalische Ähnlichkeiten mit den benachbarten slowenischen Mundarten (hier gibt es wiederum mehrere sprachliche Varianten/Dialekte, die bekanntesten damals waren krainisch und südoststeirisch), weswegen man auch sagen kann, dass zwischen ihnen ein Dialektkontinuum besteht. Dies bedeutet, dass die Mundarten in der Nähe der Grenze oft den benachbarten Mundarten ähnlicher sind, als den Mundarten, die im eigenen Staatsgebiet sind, aber geographisch weiter entfernt sind. Der dritte Dialekt wird nach dem Fragewort ča?

Čakavisch genannt, und kommt sowohl im Gebiet um Rijeka und Istrien als auch im nördlichen und mittleren Teil der kroatischen Küste vor. Der vierte Dialekt ist das Torlakische, das im Südosten Serbiens gesprochen wird und als Übergang zum Mazedonischen und Bulgarischen dient. Das Fragewort ist auch hier što?, weswegen das Torlakische oft zum Štokavischen gezählt wird, aber da das Torlakische neben dem Fragewort noch andere eigene sprachliche Spezifika aufweist, wird es hier als eigener Dialekt behandelt. In Kroatien gab es bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts stets parallele Entwicklungen für die Standardisierung der kajkavischen Dialekte einerseits und der štokavischen Dialekte andererseits. Dies änderte sich jedoch, als die Illyristen für ihre einheitliche Schriftsprache als Grundlage den štokavischen Dialekt, genauer die ijekavische Variante, wählten. Ljudevit Gaj orientierte sich dabei stark an der traditionellen Schriftsprache Dubrovniks. Ähnliche Bemühungen kann man bei den Serben verfolgen, wo Vuk Stefanović Karadžić (1787–1864) das Kirchenslawische als Schriftsprache mit einer auf dem Štokavischen basierten Volkssprache ersetzen wollte.12

Was die Orthographie betrifft, nahmen die Illyristen als Vorbild das lateine Alphabet des Tschechischen, aus dem sie die Zeichen č, š, ž, ě übernahmen. Das Zeichen ć hingegen übernahmen sie aus dem Polnischen. Diese Zeichen ersetzten die unterschiedlichen regionalen Digraphen, die früher verwendet wurden. Die neue Orthographie von Gaj, die auch unter dem Namen gajica bekannt ist, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts von zahlreichen anderen slawischen Völkern übernommen, unter anderen auch von den Slowenen. Gegen Ende des 19.

12 Vgl. Wikipedia. Serbokroatische Sprache. Erhältlich unter:

https://de.wikipedia.org/wiki/Serbokroatische_Sprache (Zugriffsdatum: 13.12.2021).

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Jahrhunderts kam es dann noch zu einer Vereinheitlichung der Orthographie des kroatischen lateinischen und des serbischen kyrillischen Alphabetes, um eine direkte Transliteration zwischen den beiden zu ermöglichen.13

Der erste Erfolg in diesem Kampf für eine gemeinsame Kodifikation der Schriftsprache kam am 28. März 1850, als das sogenannte Wiener Abkommen von zahlreichen kroatischen, serbischen und slowenischen Sprachwissenschaftlern, z. B. Vuk Stefanović Karadžić, Ivan Mažuranić und Fran Miklošič (1813–1891) unterschrieben wurde. Sie einigten sich, dass man für die gemeinsame Standardsprache den štokavischen Dialekt als Basis verwenden soll. Die damalige gemeinsame Standardsprache, die oft auch illyrische Sprache genannt war, entwickelte sich im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts in das Serbokroatische. Das Serbokroatische wird heutzutage mehrheitlich als eine plurizentrische Spracheund nicht als zentralistische Einheitssprache verstanden. Das bedeutet, dass sie nicht nur eine Standardform hat, sondern mehrere Standardvarietäten in sich vereinigt (das Bosnische, das Kroatische und das Serbische).14

2.1.2 Der slowenische Illyrismus

Einer der Hauptgründe, dass die illyrische Bewegung so wenige slowenische Anhänger hatte, war die spezifische Sprachsituation auf dem slowenischen Gebiet. Auf diesem Gebiet gab es schon eine starke Bewegung für die Entwicklung einer Standardsprache, und diese Bewegung war hauptsächlich in der Region von Krain und Ljubljana sehr präsent. Damit ist vor allem der Prešeren-Čop Kreis gemeint, der die „slowenische“ Sprache, hierbei ist vor allem der krainische Dialekt gemeint, nicht für die „künstlich“ entstandene illyrische Sprache aufgeben wollte. Die Folge war, dass der Illyrismus nur diejenigen slowenischen Anhänger für sich gewinnen konnte, die entweder aus anderen slowenischen Regionen kamen, wo der Čop-Prešeren Kreis keinen größeren Einfluss hatte, oder diejenigen Schriftsteller, die mit dem Čop-Prešeren Kreis in Konflikte gerieten. Der bekannteste slowenische Illyrist war Stanko Vraz (1810–1851), der nach einigen Konflikten mit France Prešeren (1800–1849) eine neue Leserschaft suchte, um als beruflicher Schriftsteller und Dichter genug Geld zu bekommen, um zu überleben. Diese

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. ebd.

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Leserschaft bekam er, als er die Entscheidung traf, fortan in der illyrischen Sprache zu schreiben.15

2.1.3 Der Illyrismus als literarische Epoche

In den heutigen historischen und literarischen Büchern und Überblicken hat die Zeit des Illyrismus eine bedeutende Rolle. Oft kennen Schüler den Begriff Illyrismus vor allem als eine literarische Epoche, doch einige Literaturwissenschaftler versuchen diese Zeit auch kritisch zu betrachten. So schrieb Davor Dukić in seinem Beitrag Illyrozentrismus: ein verborgenes Konzept darüber, dass wegen der ständigen Betonung der illyristischen Literatur die Überzeugung entstand, dass es in dieser Zeitperiode in der kroatischen Literatur nur illyristische Werke und Schriftsteller gab.16 Diese Annahme lehnt Davor Dukić entschlossen ab und führt den Begriff des Illyrozentrismus ein, den er folgendermaßen definiert: „Der Illyrozentrismus ist also die literatur- und kulturhistorische Gleichsetzung des Illyrismus mit der gesamten literarischen Produktion der 1830er und 1840er Jahre in den kroatischen Ländern.“17 Weiterhin stellt er vier Zweige dieser nichtillyrischen literarischen Produktion vor:

- die kajkavische Literatur (Nordwesten des heutigen Kroatien), - die deutsche Literatur (Nordkroatien),

- die italienische Literatur (Dalmatien), - die serbische Literatur (Dalmatien).18

Dukić sieht den Grund für eine solche Übermacht der illyristischen Literatur vor allem in der Tatsache, dass sich nationale Literaturgeschichten mehrheitlich mit den Schriftstellern und den Werken der eigenen Nationalsprache befassen. Dazu kommt, dass die jugoslawische Idee, die in vielem mit den Ideen des Illyrismus übereinstimmt, mehr oder weniger das ganze 20.

15 Vgl. Reinhard Lauer (2010): Die illyristische Versuchung. In: Bernik, France/Lauer, Reinhard (Hrsg.): Die Grundlagen der slowenischen Kultur. Berlin/New York: De Gruyter, S. 171–184, hier S. 180–182.

16 Vgl. Davor Dukić (2016): Illyrozentrismus: ein verborgenes Konzept. In: Glanc, Tomáš/Voß, Christian (Hrsg.):

Konzepte des Slawischen. Leipzig: Biblion Media, S. 251–264, hier S. 251.

17 Ebd., S. 254.

18 Vgl. ebd., S. 256–259.

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Jahrhundert hindurch die Oberhand hatte, auch was das Schreiben der literaturgeschichtlichen Synthesen angeht.19

2.1.4 Illyrismus und Kroatismus

Dass es sich bei Illyrismus und Kroatismus um zwei unterschiedliche Begriffe handelt, betont der Sprachwissenschaftler Davor Dukić, der diese unterschiedliche Sichtweiße auch bei den Bezeichnungen illyrische Bewegung und kroatische nationale Wiedergeburt erkennt. Er stellt die Frage, ob es sich im Falle des Illyrismus nur um eine kulturelle oder auch um eine politische Bewegung handelt.20

Die Antwort auf diese Frage lieferte der Text Illyrismus und Kroatismus des Illyristen Ljudevit Vukotinović (1813–1893), der in der Zeitschrift Kolo im Jahr 1842 veröffentlicht wurde. Dies deutet darauf hin, dass diese Frage schon in der Zeit der illyrischen Bewegung zur Diskussion anregte. In dem Text definiert Vukotinović den Begriff Illyrismus als die kulturelle Seite der illyristischen Bewegung und den Begriff Kroatismus als die politische Seite der Bewegung im engeren Sinne. Hierbei wird betont, dass man für die kulturellen Bestrebungen der Bewegung deshalb den Namen Illyrismus wählte, weil man sich bewusst war, dass keines von den drei Völkern, hierbei sind die Slowenen, Kroaten und Serben gemeint, bereit wäre, auf ihren Volksnamen zum Wohl eines der anderen beiden Volksnamen zu verzichten.21 Reinhard Lauer fasst in seinem Beitrag Die illyristische Versuchung sehr gut zusammen, wie Vukotinović die Position des Kroatismus und der Kroaten verstand:

Im königlich-ungarischen Sabor seien alle nur Kroaten, doch ansonsten gehöre man dem gleichen großen Stamme an wie Bosniaken, Grenzer, Herzegowiner, Serben usw. Vukotinović vergleicht das mit den deutschen Verhältnissen: Sachsen und Württemberger seien nur im konstitutionellen Sinne Sachsen und Württemberger, im genealogischen aber seien sie Deutsche.22

19 Vgl. ebd., S. 261.

20 Vgl. ebd., S. 254.

21 Vgl. Jaroslav Šidak (1988): Hrvatski narodni preporod – ilirski pokret. Zagreb: Školska knjiga: Stvarnost, S.

141.

22 Reinhard Lauer (2010): Die illyristische Versuchung. In: Bernik, France/Lauer, Reinhard (Hrsg.): Die Grundlagen der slowenischen Kultur. Berlin/New York: De Gruyter, S. 171–184, hier S. 177.

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